Rolfing® Stimmen

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Your Structure, Your Self

Structural Integration techniques like Rolfing®

Faszination Faszien

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Bindegewebe als Schlüssel zu gesundem Körper

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Alles im Lot mit Rolfing®

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„Ziehen, drücken, schieben“, von Paul Janositz

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Der Weg zur Idealform

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Rolfing® – Gesundheit und Ausdruckskraft

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"Alles im Lot mit Rolfing"

von Edith Winner

Das Sitzen, Stehen und Gehen lernt der Mensch in seinen ersten zwei Lebensjahren. Danach lernt er in Jahrzehnten das falsch Sitzen, falsch Stehen und falsch Gehen. Rolfing kann jedem helfen, das Falsche wieder zu verlernen.

"Rolfing – ist das nicht diese Hard-Core-Massage, bei der man mit Ellbogen bearbeitet wird?" Eine Spontan-Umfrage im Bekanntenkreis ergibt: Außer dem einen vagen Vorurteil keinerlei Kenntnisse über Rolfing. Dabei könnten es die meisten der Befragten brauchen – bei der Frage nach Rückenproblemen oder Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich kommt ein einhelliges "O ja, kenne ich!"

Rückenschmerzen belegen in der Rangliste der Volkskrankheiten seit Jahren konkurrenzlos den ersten Platz. Eine Langzeitstudie des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen wartet regelmäßig mit alarmierenden Zahlen auf: In den vergangenen sechs Jahren nahmen Rückenbeschwerden um über ein Viertel zu, bei den 14- bis 29-jährigen sogar um über zwei Drittel. Die meisten Krankenkassen versuchen ihre Mitglieder durch Bonusprogramme oder Zuschüsse zu aktiver Vorsorge zu motivieren. Die Bandbreite der geförderten Aktivitäten reicht von der Mitgliedschaft im Sportverein oder Fitness-Studio bis zu Yoga- und Tai-Chi-Kursen. Exotischere Varianten wie das Rolfing gelten dagegen als nicht zuschussfähiges Privatvergnügen.

Das Rolfing, nach seiner Begründerin Ida Rolf benannt, ist eine manuelle Therapie, die zur Prävention, aber auch in der Behandlung vieler Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt wird. Mitte der 1980er Jahre aus den USA nach Deutschland importiert, ist die Methode ein Geheimtipp geblieben – heute gibt es deutschlandweit etwa 200, in Berlin ein knappes Dutzend Rolfing-Praxen.

Ziel des Rolfings ist die "Aufrichtung des Körpers". Das ist ganz wörtlich gemeint. Während der Orthopäde – üblicherweise der erste Experte, der von Patienten mit Rücken-, Hüft- oder Knieproblemen aufgesucht wird – sein Augenmerk auf das Körperteil richtet, das Ärger macht, interessiert den Rolfer die "Statik" des ganzen Körpers. Wie ein Ingenieur begutachtet er, wie bei seinem Klienten die Gewichte verteilt sind, wo die Schwerkraft auf Knochen, Muskeln und Sehnen einwirkt, welche Körperstellen besonders belastet werden. Denn "unnatürliche" Belastungen sind die Hauptursache orthopädischer Beschwerden: Wir sitzen falsch, spannen bei Stress den Nacken an, klemmen beim Telefonieren den Hörer zwischen Hals und Schulter, arbeiten an ergonomisch zweifelhaften PC-Tischen – die Liste der Haltungssünden ist endlos.

Die Lösung, die das Rolfing anbietet, ist ein Lernprozess: Der Rolfer bringt dem Patienten bei, wie er Belastungen sinnvoller auf den ganzen Körper verteilen kann, indem er seine alltäglichen Bewegungsabläufe verändert. Das ist leichter gesagt als getan. Denn die körperlichen Routinen des Gehens, Sitzens, Stehens laufen größtenteils unbewusst ab – da reichen gute Worte nicht. Das Rolfing ist, vereinfacht gesagt, eine Methode, mit der sich unbewusste Körperroutinen überlisten lassen.

Wie funktioniert das praktisch? Der Patient liegt, wie bei der Massage, auf einer Liege. Der Rolfer nimmt beispielsweise das Bein des Patienten, winkelt es ab und bewegt es von der Hüfte aus im Kreis, ganz langsam und geschmeidig. So führt er dem Patienten quasi am eigenen Leib vor, wie diese Bewegung in ihrer idealen Form aussehen würde. Oder er löst durch Drücken auf eine bestimmte Stelle am linken Fuß beim Klienten die Empfindung aus, von seiner linken Schulter aus sei ein Seil durch Brustkorb, Hüfte, Knie hindurch bis zu seinem Fuß hinunter gespannt.

Durch solche Aha-Erlebnisse macht der Klient im Verlauf von zehn systematisch aufeinander aufbauenden Rolfing-Sitzungen körperliche Erfahrungen, die ihn in die Lage versetzen, anschließend im Alltag auf andere, gelöstere und zugleich effektivere Weise mit seinem Körper umzugehen. Viola Dotzauer, Rolferin mit Praxis in Wilmersdorf, präsentiert ihren Klienten mit Polaroid-Fotos, die sie vor und nach der Rolfing-Behandlung aufnimmt, den sichtbaren Beweis ihres Erfolgs: "Der Vorher-Nachher-Effekt ist für viele Klienten eine Offenbarung", sagt sie.

Doch die Rolfing-Methode greift noch weiter, sie reicht bis in die unwillkürlichen Bewegungen hinein, die sich ununterbrochen im Innern unseres Körpers abspielen. Das Geheimnis: Rolfing arbeitet an einem Organ, das für die gesamte Formgebung unseres Organismus zuständig ist, nicht nur im großen Ganzen, sondern auch in allen seinen Teilen – mit der so genannten Faszien-Membran. "Diese Membran muss man sich wie ein drei-dimensionales, elastisches Netz aus Bindegewebe vorstellen, in das jeder Muskel, jedes Organ, jeder Knochen, jede Nervenbahn eingehüllt ist", erklärt Hubert Ritter, ebenfalls in Berlin praktizierender Rolfer. "Durch gezielten Druck an bestimmten Stellen kann man dieses Bindegewebe dehnen oder verformen und dadurch Verspannungen und Bewegungseinschränkungen 'schmelzen', wie wir es nennen."

Diesem "gezielten Druck" verdankt sich vermutlich der Ruf des Rolfing, eine gelegentlich schmerzhafte Angelegenheit zu sein. Dass in der Rolfing-Behandlung auch die Ellbogen zum Einsatz kommen, bestätigt Viola Dotzauer. "Aber", so erklärt sie, "genau darin besteht ja das Talent eines Rolfers, dass er an der Grenze zum Schmerz arbeitet, ohne sie zu übertreten."

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"Ziehen, drücken, schieben"

von Paul Janositz

Woher kommt dieses Gefühl von Leichtigkeit? Fast als ob man schwebe. "Gehen Sie noch ein wenig auf und ab", sagt Viola Dotzauer. Ein, zwei Runden um die kniehohe, schaumstoffbedeckte Liege, die mit ihren kantigen Holzpfosten so stabil aussieht. Handfest ist auch die Behandlung beim Rolfing in Berlin-Wilmersdorf.

So viel Kraft würde man der kleinen, schmalen Therapeutin gar nicht ohne weiteres zutrauen. Und doch erzielt sie den gewünschten Effekt, ohne derb zu wirken. Sie lacht zur Frage, ob es blaue Flecken geben wird, als sie mit dem Ellbogen auf den Klienten drückt. "Nein", sagt sie, "ich passe auf". "Schmelzen" nennen es die "Rolfer", wenn sie ganz fest auf bestimmte Körperpartien drücken. Das Bindegewebe soll beeinflusst werden. Vor allem um die "Faszien" geht es, das sind zähe Bindegewebshäute, die dem Körper seine innere und äußere Form geben, indem sie etwa die Organe abgrenzen, die Stellung von Knochen und Gelenken bestimmen und die Muskeln einhüllen. Der von den Faszien aufgebaute Widerstand muss von den Muskeln in jeder Bewegung überwunden werden.

Sind die Faszien verhärtet, verdickt oder verkürzt, so werden bestimmte Bewegungen erschwert. Es kommt zu Fehlhaltungen, die Muskeln ausleiern und verspannen lassen und Gelenke schädigen können. Hat sich der Körper erst einmal an ineffiziente und ungesunde Haltungen gewöhnt, empfindet er sie schließlich als normal. Und daran können meist nicht einmal Schmerzen etwas ändern, sie werden einfach ignoriert. Objektiv bessere Körperhaltungen werden dagegen als unnormal oder gezwungen wahrgenommen. Krampfhafte Versuche, gerade zu sitzen oder aufrecht zu gehen, verschlimmern die Lage nicht selten.

Um diesen schädlichen Kreislauf zu überwinden, greift Rolfing direkt am muskulären Bindegewebe an. Der Körper soll wieder ausbalanciert werden. Die Behandlung läuft aber nicht nach einem festen Schema ab, sondern orientiert sich am individuellen Fall. Am Anfang steht die "Anamnese", die Bestandsaufnahme des Körpers. Was musste er bisher erdulden an Unfällen und Knochenbrüchen beispielsweise. Gab es Operationen, müssen akut Medikamente eingenommen werden?

Wie weit sich Fehlhaltungen und Verspannungen im Körper verfestigt haben, sieht Dotzauers geübter Blick an dem nur mit Boxershorts bekleideten Klienten. "Das Becken ist nach hinten gekippt", stellt sie bei diesem "Body-Reading" fest. An der Taille bemerkt Dotzauer zwischen links und rechts geringfügige Unterschiede, auch die linke Schulter sieht sie etwas höher als die rechte. Das gesamte Körpergewicht lastet demnach zu weit auf dem Vorderfuß,der Brustkorb ist eingefallen, die Schultern sind nach innen gedreht. Der Zustand wird per Polaroid-Kamera dokumentiert. Nach der Behandlung soll wieder ein Foto gemacht werden, das – um es vorwegzunehmen – einen deutlichen Unterschied zeigen wird. Das Becken zeigt jetzt nach vorne, der Körper ist aufgerichtet und wirkt straffer.

"Ziehen, drücken, schieben" - so die Rolfing-Therapeutin – hat das bewirkt. Dotzauer spürt die Schwachstellen des auf dem Rücken oder seitlich liegenden Klienten auf, drückt in verspannte Faszien hinein, rückt sie zurecht, "schmilzt" sie auf. Viel fingerspitzengefühl ist nötig, um den Druck richtig zu dosieren. Mal fühlt es sich ganz fein an, dann wird es stärker und ab und zu wird es ganz intensiv, dann drückt die Therapeutin mit Faust oder Ellbogen. Der "Klient" lässt es passiv geschehen, manchmal muss er aber auch aktiv sein. Auf Anweisung atmet er beispielsweise mehrmals tief aus- und ein, gegen den Druck der Handballen auf dem Brustkorb.

Bei der Therapie setzt Dotzauer nicht direkt am Ort der Störung an. Ganz im Gegenteil, sie versucht, möglichst weit entfernt von etwaigen Symptomen zu arbeiten. "Die Ursachen sitzen meist woanders", sagt sie. Deshalb hat sie stets den ganzen Körper im Blick. Veränderungen in einer bestimmten Region wirkten sich auch auf andere Teile des Körpers aus.

(Der Rolfer arbeitet demnach mit der Dreidimensionalität des Körpers. Die von der amerikanischen Biochemikerin und Physiologin Ida Rolf vor gut 60 Jahren (?) entwickelte Methode der Strukturellen Integration achtet besonders auf den Einfluss der Schwerkraft. Dabei wird der Körper gedanklich in einzelne Segmente - Füße, Schenkel, Becken, Bauch, Brustkorb, Hals, Kopf – unterteilt. Wenn jedes Segment optimal ausgerichtet über dem anderen balanciert, werden Muskeln, Gelenke und Wirbel wenig belastet. Sind die Segmente dagegen aus dem Lot, müssen massive Kräfte ausgehalten werden. Verspannungen und Schmerzen können die Folge sein. Das Bindegewebe im Körperinneren passt sich den Fehlhaltungen an, indem es sich verkürzt oder verdickt. Durch manuelle Eingriffe kann nun der Prozess wieder rückgängig gemacht werden. Das Bindegewebe entspannt sich, der Körper kommt wieder ins Gleichgewicht.)

Rolfing hat einen ganzheitlichen Ansatz. "Durch Berührung die Körperstruktur eines Menschen so verändern, dass er sich physisch, physiologisch, emotional und energetisch im Gleichgewicht befindet", so definiert Dotzauer ihr therapeutisches Ziel. Die Bewegungen sollen entkrampft und flüssig werden, die Atmung leicht und tief. Mit einer entspannten Körperhaltung lassen sich auch stressige Situationen gelassener meistern. "Der bewusste Umgang mit sich und dem Körper wirkt sich auch positiv auf die Partnerschaft aus", sagt die zweifache Mutter.

Das könnte stimmen. Zumindest nach dieser Stunde auf Dotzauers Liege stellt ein gutes Gefühl ein. Der Rücken ist warm, die Muskeln sind locker. Wie von einer unsichtbaren Schnur nach oben gezogen, wie von einer schweren Last befreit, scheint sich der Körper aufzurichten. Der Blick aufs Polaroid-Foto zeigt, dass dies nicht Einbildung ist. Überraschend, wie positiv diese eine Stunde Rolfing gewirkt hat. Um den Effekt nachhaltig zu machen, seien mehr Sitzungen nötig, sagt Dotzauer – die Grundbehandlung umfasst eine Folge von zehn aufeinander abgestimmten Sitzungen und auch einzelne Sitzungen sind möglich, das komme auf den individuellen Fall an. Zwischen den Sitzungen liegen in der Regel ein bis zwei Wochen Pause. Bevor der Klient wieder in die Wilmersdorfer Praxis kommt, kann er zu Hause auch ein wenig üben. Viola Dotzauer erklärt genau, worauf es bei ihm speziell ankommt.

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Berlin.

Viola Dotzauer Regensburger Str. 10 10777 Berlin +49 172 34 32 777 Rolfing-Berlin

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